Der Kostentachometer für Maschinen und Anlagen

 

Gesamtkostenbetrachtungen werden bei der Beschaffung von Investitionsgütern weltweit immer wichtiger. Während früher noch der Anschaffungspreis einer Maschine das wichtigste Kaufkriterium war, werden heute die Kaufentscheidungen immer häufiger auf Basis von Prognosen der Total Cost of Ownership (TCO) getroffen. Hierzu müssen die Maschinenhersteller neben dem Maschinenpreis verbindliche Aussagen zu den Betriebskosten ihrer Maschinen machen, wie z.B. den Energiekosten oder den Maschinenausfallkosten. Hinzu kommen gesellschaftspolitische Forderungen nach einer stark verbesserten Energieeffizienz der Maschinen. Damit stellt sich nun aber die Frage, wie die Maschinenbetreiber die vertraglich zugesicherten Betriebs- und Energiekosten überwachen wollen. Hier bietet der TCO-Reporter von ProWerk erstmalig Lösungen.

 

  

 

 

Der Kostentachometer für Maschinen von ProWerk

  

Die Maschinenhersteller stehen unter Druck: Von Seiten der Anwender müssen Maschinen entwickelt werden, die nicht nur beim Anschaffungspreis, sondern auch bei den Folgekosten in der Betriebsphase, also den TCO, punkten. In die gleiche Richtung, wenn auch mit anderem Hintergrund, stoßen umweltpolitische Forderungen des Bundes und der EU. So z.B. die Initiative "Blue Competence", einer vom Verband deutscher Werkzeugmaschinenhersteller (VDW) angeregten Selbstverpflichtung der Werkzeugmaschinenindustrie. In Kürze werden Werkzeugmaschinen in die europäische sogenannte "Ökodesign-Richtlinie" aufgenommen und entsprechende Anforderungen an deren Energieeffizienz festgelegt. Wer sich "Blue Competence" frühzeitig auf die Fahnen schreibe, so der VDW, werde klar im Vorteil sein.

 

ProWerk setzt sich seit Jahren intensiv mit diesen Themen auseinander. Von 2003 bis 2007 wurde zusammen mit GILDEMEISTER und SIEMENS eine TCO-optimierte Werkzeugmaschine entwickelt. Zusammen mit Betreibern und Komponentenlieferanten wurde schon vor dem Konstruktionsstart überlegt, welche Merkmale eine Werkzeugmaschine aufweisen muss, damit sie möglichst viele Werkstücke mit möglichst geringen Betriebskosten produzieren kann. Die Ergebnisse wurden konsequent in der nachfolgenden Maschinenentwicklung umgesetzt. So wurden z.B. hydraulisch angetriebene Komponenten durch elektrische ersetzt. Aber auch mit ganz einfachen konstruktiven Maßnahmen konnten gewaltige Kosteneffekte erzielt werden. Die Ergebnisse dieses Projekts sind noch heute beeindruckend: schon nach wenigen Jahren wurden Einsparungen bei den Betriebskosten in Höhe des Maschinenpreises realisiert.

 

Das im Rahmen dieses Projektes entstandene TCO-Kalkulationsmodell wurde nun zusammen mit VOLKSWAGEN und dem Institut für Fertigungstechnik (IFW) der Universität Hannover zu einem Kostentachometer für Maschinen und Anlagen weiterentwickelt, der vom Bundesministerium für Forschung und Bildung BMBF im Nachfolgeprojekt „Make-it“ gefördert wurde. Ziel dieses Projekts ist im ersten Schritt die Schaffung von Kostentransparenz in der Produktion. Nur wer erkennt, was die genauen Kostenverursacher in der Maschine und in der Produktionshalle sind, kann den zweiten Schritt angehen: die Kostenminimierung sowie die Steigerung der Maschineneffizienz.

 

Die Teilergebnisse des Kooperationsprojekts, wie z.B. der Kostentachometer, wurden gebündelt in einem Software-Tool, dem „TCO-Reporter“ für Maschinen und Anlagen.

 

Der TCO-Reporter

…ist ein rein software-basiertes System, das im Hintergrund auf der Maschinensteuerung läuft.

…berechnet die Betriebskosten einer Maschine online durch die Verknüpfung von über 150

   steuerungsinternen Parametern.

…visualisiert die Daten auf der Bedienoberfläche der Maschinensteuerung oder überträgt diese

   zum Leitstand der Produktion.

…benötigt keinerlei Hardware oder Sensoren.

…ist für den Dauereinsatz in der Produktion konzipiert.